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Kulturfestival Africa Alive 2007

Africa Alive ist eins der wenigen Kulturfestivals, das Künstlern und Intellektuellen aus Afrika ein Forum bietet, ihre Werke, Ideen und Visionen persönlich vorzustellen. Das überregionale Publikum und die positive Presseresonanz bezeugen das starke Interesse am Festivalprogramm.

Es bietet 2007 neben dem Filmprogramm eine Ausstellung und zwei Podiumsdiskussionen, ein Konzert, eine Lesung sowie ein Kinderfest und ein Theaterstück. Eine Gesamtübersicht des Programms finden Sie hier zum Download.

Africa Alive spricht Zuschauer aus verschiedenen Nationen an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Integration im multinationalen Frankfurt. Ziel ist es, einen Raum für intensive Begegnungen zu schaffen. Besonders die Veranstaltungen mit den Gästen aus Afrika machen das Festival so lebendig und einmalig. Alle Veranstaltungen werden übersetzt und die Filme im Original mit Untertiteln gezeigt.

Geplant und durchgeführt wird das Festival vom Africa Alive-Team, einer einmaligen Kooperation von afrikanischen Vereinen, Frankfurter Kultureinrichtungen und engagierten Einzelpersonen. Diese Teamarbeit ist die Stärke von Africa Alive und ermöglicht eine internationale Vernetzung. So ist die mehrwöchige Veranstaltung bereits weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und erhält weltweite Anfragen. Bereits mehrfach war das Festival Projekt der UNESCO oder stand unter ihrer Schirmherrschaft.

Aus jeweils aktuellem politischen Anlass setzte Africa Alive unterschiedliche Schwerpunkte, wie 1996 Nigeria (Ermordung Ken Saro-Wiwas), 1999 Algerien oder 2001 Zentralafrika. Thema des Jahres 2002 war ‚Das junge Afrika‘. Zum 10-jährigen Jubiläum 2004 warf Africa Alive einen Blick auf die Geschichte und die Filmgeschichte des Kontinents.

Africa Alive 2007
19. Januar bis 4. Februar 2007

In diesem Jahr findet Africa Alive bereits zum 13. Mal statt und präsentiert mit zahlreichen Veranstaltungen und vielen Gästen erneut das vielfältige künstlerische Schaffen in Afrika.
Das letztjährige Thema „Zurück in die Zukunft – Die (neuen) Erben des Kolonialismus?“ scheint uns auch 2007 so spannend, wichtig und aktuell, dass wir es unter dem - provokativen - Motto „Angekommen in der Zukunft?“ weiter verfolgen. Denn zur Zeit zeichnet sich in Ländern wie Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia oder Ruanda das Ende langjähriger Konflikte ab. Es entsteht wieder Hoffnung und neue Möglichkeiten tun sich auf, um gemeinsame Visionen zu entwickeln. Trotzdem sehen viele junge Afrikaner ihre Zukunft weiterhin nicht auf ihrem Kontinent. Woran liegt das und wie beurteilt man in Afrika dieses Dilemma? Diesen Fragen stellt sich das Festival.

„Democrazy!“ nennt sich bezeichnenderweise die Ausstellung des kenianischen Karikaturisten GADO im Deutschen Filmmuseum, mit deren Vernissage Africa Alive am 19.1.2007 um 18h30 eröffnet. Der durch zahlreiche Zeitungen bekannte Künstler nimmt mit seiner spitzen Feder nicht nur innerpolitische Entwicklungen Afrikas, sondern auch die internationale Politik ins Visier.

Anschließend um 20.00 Uhr zeigen wir den Spielfilm Bamako (Fr/Mali/USA 2006) des bekannten mauretanischen Regisseurs Abderrahmane Sissako, der in einem fiktiven Prozess die Bewohner eines Stadtviertels in Bamako als Zeugen gegen die Weltbank auftreten lässt. Aus der Konfrontation der Standpunkte entwickelt Sissako eine spannende soziale und politische Analyse.

Ebenfalls zu sehen sind zwei weitere Filme des großen Regisseurs: Der preisgekrönte Heremako – Warten auf das Glück und Rostov – Luanda, die persönliche Dokumentation einer Reise nach Angola, die zugleich einen Blick auf die jüngere Geschichte Afrikas wirft.

An neuen Filmen präsentiert das Festival im Deutschen Filmmuseum und im Filmforum Höchst u.a. Daratt, ein Drama um Schuld und Vergebung im vom Bürgerkrieg zerrütteten Tschad, das auf dem Filmfestival von Venedig Erfolge feierte sowie den letztjährigen Wettbewerbsbeitrag der Berlinale, Sometimes in April von Raoul Peck über den Konflikt in Ruanda. Hierzu erwarten wir die Schauspielerin Carole Karemera.

Zum Festivalschwerpunkt laufen unter anderem All about Darfur, (den die Regisseurin Taghred Elsanhouri persönlich vorstellen wird) sowie – als Vorpremiere – Sisters in Law über den Kampf um die Gleichstellung von Frauen in Kamerun und Angola – Saudades de quem te ama ein Filmessay über Angola nach dem Bürgerkrieg, den Richard Pakleppa persönlich vorstellt.

Hochaktuell setzt sich auch das Politische Podium unter dem Titel „Eine Gesellschaft in Bewegung“ mit dem gespannten Verhältnis zwischen Europa und Afrika und insbesondere den neuesten Migrationsbewegungen auseinander (Deutsches Filmmuseum, 21.1.), ergänzt durch einen Vortrag über das Transitland Mauretanien (3. Welt Haus, 29.1.). In der Zentralbibliothek liest am 24.1. die Senegalesin Ken Bugul aus ihrem in Deutschland noch unveröffentlichten Migrationsroman „La Pièce d'Or“. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Theater zeigen wir in französischer Sprache: „Rire à l’africaine" (So lacht Africa), Sketche des berühmten Komikers Miche KanKan aus Kamerun, präsentiert von seinem talentierten Schüler Marc Serge Deuyo (Internationales Theater, 26.1.). Das Schul- und Uniprogramm bietet als wichtiger Bestandteil des Festivals jungen Leuten die einmalige Gelegenheit, mit den zum Festival geladenen Künstlern zu diskutieren. An jüngere Kinder und ihre Familien richtet sich das beliebte Kinderfest mit der Gruppe Adesa aus Ghana (Afroton-Kulturprojekte, 4.2.). Und bereits am Abend zuvor spielt zum Abschlusskonzert in der Brotfabrik die energiegeladene Manou Gallo von der Elfenbeinküste mit ihrer neuen Band (Brotfabrik, 3.2.) und bestätigt ein Mal mehr: Africa is alive!