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Schwerpunkt
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| 20.00
Uhr Africa Paradis Sylvestre Amoussou, Benin/Frankreich 2006, 86 min, OmeU mit Eriq Ebouaney, Emil Abossolo Mbo |
Die Komödie AFRICA PARADIS
spielt geschickt mit einer Umkehrung der Verhältnisse.
In Europa herrschen Armut, Unsicherheit, Arbeitslosigkeit. Auch der französische
Ingenieur Olivier und die Lehrerin Pauline sehen keine Perspektiven mehr
und beschließen in die Vereinigten Staaten von Afrika, den reichen
prosperierenden Kontinent, auszuwandern. Aber die Festung Afrika
ist nicht so leicht zu erreichen, nur Fachkräfte sind willkommen.
Olivier und Pauline, denen ein Visum verweigert wurde, sind gezwungen
illegal mit Hilfe von Schleppern nach Afrika zu immigrieren. Dort finden
sie als Sans Papiers zwar unterbezahlte Arbeit,
sind aber mit schlechten Wohnbedingungen und dem täglichen Rassismus
konfrontiert. Schließlich gehen sie mit zu einer Demonstration für
die Interessen der Migranten.
Im Anschluss stellt das Africa-Alive Team sich vor.
Freitag,
18.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 14.30
Uhr Kinderkino Kiriku und die wilden Tiere Michel Ocelot, Bénédicte Galup, Frankreich 2005, 75 min, DF, o.A., empfohlen ab 6 Jahren Musik: Youssou NDour, Manu Dibango, Rokia Traoré |
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In dem fantasievollen Film des Franzosen Michel Ocelot meistert Kiriku allerlei Abenteuer: So sorgt er dafür, dass die Wasser-versorgung seines Dorfes gesichert bleibt, und findet heraus, warum die wilde Hyäne die Ernte zerstört. In KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE lernt man auf außergewöhnliche Art das Leben eines afrikanischen Dorfes kennen.
| 19.00
Uhr Eröffnung des Festivals im Foyer des Deutschen Filmmuseums mit einer Videoinstallation von Annabel Olivier in Anwesenheit von Koulsy Lamko |
All die Wegbereiter eines neuen
Afrikas Thomas Sankara (Burkina Faso), Patrice Lumumba (Kongo),
Amilcar Cabral (Guinea-Bissau), Ben Barka (Marokko) und Samora Machel
(Mosambik) haben jeweils auf ihre Art versucht, von den tatsächlichen
Bedürfnissen Afrikas ausgehend, Zukunftsperspektiven zu entwickeln,
die auf ein demokratisches Miteinander, ein solidarisches Wirtschaften
setzen.
Sie waren jung, charismatisch und setzten in ihrer kurzen Wirkungszeit
bedeutende Veränderungen in Gang, die noch bis heute Afrika prägen.
Sie alle traf das selbe Schicksal: Ihrem Leben wurde ein gewaltsames Ende
gesetzt. Der jüngste von ihnen, Thomas Sankara, Staatspräsident
von Burkina Faso, der das frühere Obervolta in Burkina Faso, Land
der Aufrechten, umbenannte, wurde am 15.10.1987 mit nur 37 Jahren
ermordet.
Vielerorts in der Welt wurde an den 20. Jahrestag seines Todes erinnert:
mit verschiedenen Veranstaltungen, Konzerten und mit einer internationalen
Karawane. Dr. Koulsy Lamko Dramatur und Poet aus
Tschad, im mexikanischen Exil lebend - der während der Regierungszeit
von Sankara, in der Phase des radikalen Aufbruchs, in Burkina Faso lebte
und wirkte, ist einer der Initiatoren dieser Karawane und wird darüber
berichten.
Die Ideen dieser jungen Demokraten sind bis heute gültig, auch über
ihren Kontinent hinaus. Diese visionären Stimmen Afrikas sind - trotz
der Versuche, sie physisch auszulöschen - noch lange nicht verstummt.
Eine Videoinstallation von Annabel Olivier mit Dokumentaraufnahmen wird
an diese Zeit des Aufbruchs und der Hoffnung erinnern.
Mit musikalischer Begleitung und afrikanischem Büffet.
| 20.30
Uhr Faro La Reine des eaux / Faro Königin des Wassers Salif Traoré, Mali/Frankreich/Kanada/Burkina Faso/Deutschland 2007, 96 min, OmU (bambara) mit Sotigui Kouyaté, Fily Traoré Zu Gast: Fily Traoré (Hauptdarsteller) |
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Zanga wurde als unehelicher
Junge einst aus seinem Dorf am Niger vertrieben. Nachdem er lange in der
Stadt gelebt und dort auch studiert hat, kehrt er nun als erwachsener
Mann in sein Dorf zurück. Seine Rückkehr löst eine Reihe
von Konflikten aus.
Salif Traoré lässt den Protagonisten seines Spielfilms als
Verkörperung der modernen Welt auf eine geschlossene malische Dorfgemeinschaft
am Niger treffen, die den afrikanischen Traditionen, dem Aberglauben und
dem Glauben an die spirituelle Kraft des Flusses verhaftet ist.
Freitag,
18.01.2008
Filmforum Höchst
| 18.30
Uhr Xala Ousmane Sembène, Senegal/Frankreich 1974, 120 min, OmU (französisch/wolof) mit Thierno Leye, Seun Samb |
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Ousmane Sembènes Film
basiert auf seinem gleichnamigen Roman, der die bürgerliche Oberschicht
im nach-kolonialen Senegal karikiert, die sich einerseits an den Statussymbolen
der Weißen orientiert und sich ihr Wohlergehen auf Kosten der übrigen
Bevölkerung verschafft, andererseits aber noch den Traditionen und
Riten der Einheimischen verhaftet ist.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der einflußreiche Geschäftsmann
EI Hadj Abdu Kader. Seine Hochzeit mit der dritten Frau, ein gesellschaftliches
Ereignis in Dakar, wird zum persönlichen Fiasko, denn in der Hochzeitsnacht
wird er impotent; er hat den XALA (Ausspr. Chala), wie man
diesen Zustand in der Wolof-Sprache nennt. Seine Freunde, zunächst
noch mitfühlend, ziehen sich allmählich von ihm zurück;
die zweite Frau macht ihm Szenen; die neuen Schwiegereltern intrigieren;
die Bank sperrt ihm den Kredit. Schließlich macht er Bankrott, verliert
seinen guten Ruf und zwei seiner Frauen. Nur der XALA bleibt ...
| 20.30
Uhr Ezra Newton Aduaka, Nigeria/Frankreich/Österreich 2007, 106 min, OmU mit Mamoudou Turay Kamara, Mariame NDiaye |
Sierra Leone 2002: Der ehemalige
Kindersoldat Ezra versucht in seinem jahrelang vom Bürgerkrieg gezeichneten
Land in ein normales Leben zurückzufinden. Dabei muss sich der Jugendliche
seiner Vergangenheit stellen: in einer Psychotherapie, aber auch vor dem
UNO-Tribunal zur Aufklärung der Kriegsverbrechen. Im Alter von acht
Jahren wurde Ezra von den Rebellen der RUF, der Revolutionary United Front
entführt und zum Soldaten gemacht. Acht Jahre lang geht er den Weg
von Ideologie, Gewalt und Diamantenschmuggel, der ihn eines Tages auch
wieder in seine Heimat führt. Von seinem Befehlshaber unter Drogen
gesetzt, nimmt Ezra sogar an einem Angriff auf sein eigenes Dorf teil.
Vor dem UNO-Tribunal gibt er an, keine Erinnerung an das Massaker zu haben.
Doch Ezras Schwester Onitcha erhebt einen schrecklichen Vorwurf ...
EZRA gewann den ersten Preis beim Filmfestival in Ouagadougou.
Samstag,
19.01.2008
Deutsches Filmmuseum
18.00
Uhr |
Die beiden Dokumentarfilme
zeichnen anhand von Archivbildern sowie Interviews mit Verwandten, Freunden,
Mitarbeitern und Politikern das Portrait des charismatischen Staatsmannes,
der wegen seiner politischen Ideen auch als der Che Guevara Schwarzafrikas
bezeichnet wird. Sankara galt als Vorkämpfer für ein selbstbestimmtes
Afrika.
Thomas Sankara war 37 Jahre alt, als er im Oktober 1987 ermordet wurde.
Seit 1983 stand er an der Spitze des jungen Staates Burkina Faso. Um die
wirtschaftliche Unabhängigkeit Burkina Fasos zu sichern, verstaatlichte
Sankara den Mineralstoffreichtum des Landes und der Territorien, die sich
in westlicher Hand befanden. Er brach mit internationalen Finanzinstitutionen
wie dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Dies setzte
innere Ressourcen frei, die der Staat für dringend benötigte
Sozialprogramme für Arme (z.B. öffentliche Bildung, Krankenversorgung
und Wohnungen) umlenkte.
Mit seiner revolutionären Arbeit machte er sich nicht nur Freunde,
sondern auch Feinde.
20.00
Uhr |
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Der Schriftsteller Kongo Congo
erhält den Auftrag ein Buch über Matonge, das afrikanische
Viertel von Brüssel und die dort lebende kongolesische Gemeinschaft
zu schreiben. Während seinem Verleger ein ethnologischer Roman und
Reiseführer mit ethnischen und folkloristischen Ingredienzien vorschwebt,
geht es Congo um eine kritische Darstellung, die über die afrikanische
Geschichte und Identität reflektiert. Congo, dessen finanzielle Situation
problematisch ist, muss sich entscheiden. Soll er seinen Vorstellungen
über das Buch folgen oder soll er den Vorstellungen des Verlegers
entsprechen, soll er über das Dorf von Matonge oder soll
er über die Juju Factory schreiben?
Der kongolesische Schriftsteller und Filmemacher Balufu Bakupa-Kanyinda
studierte Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie in Brüssel.
Nach seinen Filmstudien in Frankreich, Großbritannien und den USA,
drehte er sowohl Dokumentar- als auch Spielfilme, und lehrt zurzeit Film
in New York.
22.30
Uhr |
Ein politischer Thriller um
die Ermordung des marokkanischen Oppositionellen Ben Barka. Am 29. Oktober
1965 wird dieser in Paris vor der Brasserie Lipp entführt und wenig
später in einem Pariser Vorort durch marokkanische Sicherheitskräfte
umgebracht. Die Entführung wurde vom kriminellen Milieu und französischen
Agenten organisiert. Die Leiche des Mitbegründers der marokkanischen
Unabhängigkeitsbewegung Istiqlal wurde bis heute nicht gefunden.
Serge Le Peron rekonstruiert diese Ereignisse und stellt den Journalisten
Georges Figon, den die französische Polizei ein Jahr später
ebenfalls ermordet auffindet, in den Mittelpunkt.
Figon hatte Ben Barka in die Falle gelockt, indem er ihm anbot, an einem
Dokumentarfilmprojekt über die Entkolonisierung mitzuarbeiten. Das
Drehbuch stammte von Marguerite Duras, Regie sollte Georges Franju führen.
Für eine Vorbesprechung wurde die Brasserie Lipp in St. Germain ausgewählt.......
Samstag,
19.01.2008
Filmforum Höchst
18.30
Uhr |
Sanvi Panou dokumentiert in seinem Film den Wahlkampf der Anwältin Marie Elyse Gbédo, der eisernen Lady aus Benin, die im März 2006 zum zweiten Mal für die Präsidentschaft ihres Landes kandidierte. Der Film zeigt uns eine Frau, die das neue Afrika verkörpert, die angetreten ist, das politische Leben und die politischen Sitten des Landes radikal zu verändern. Politik wird hier nicht mit dem Mittel der Gewalt ausgetragen, sondern kommt aus der Bürgergesellschaft, aus dem demokratischen Engagement, das zeigt, dass Afrika sich verändert, besonders durch die afrikanischen Frauen.
20.30
Uhr |
Zwanzig Jahre nachdem der
tunesische Regisseur Nouri Bouzid mit seinem Debütfilm L´HOMME
DES CENDRES für Aufsehen sorgte, greift er in MAKING OF erneut ein
brisantes Thema auf: den Terrorismus. Der Film erzählt die Entwicklung
eines jungen Mannes zum Beinahe-Attentäter. Der 25-jährige Bahta
träumt von einer Karriere als Breakdancer in Italien. Er hat keine
Ausbildung, keinen Job, und wegen des Irakkriegs bleibt ihm auch die Auswanderung
aus Tunesien verwehrt. Von der Polizei schikaniert und der Perspektivlosigkeit
seines Lebens frustriert erscheint er als idealer Selbstmordattentäter
und wird von einer Gruppe Fundamentalisten rekrutiert. Sogar als er den
Sprengstoffgürtel bereits umgelegt hat, plagen ihn Zweifel, ob er
das Recht hat, andere Menschen in den Tod zu reißen. Doch nicht
nur die Figur, auch Darsteller und Regisseur haben ob der Brisanz des
Stoffes Zweifel an ihrer Arbeit. In drei in den Handlungsverlauf eingeschnittenen
Making Of's diskutiert der Regisseur mit Hauptdarsteller Lotfi Abdelli
die Thesen des Films.
Alle meine Figuren sind verletzt. Ich entwickle in meinen Filmen
Charakteristika der verletzten, unterlegenen, zerstörten Figuren,
die aber immer noch Energie haben um wieder nach oben zu gelangen, aber
nur um den Preis ihres Lebens, indem sie ihr Leben lassen und sich dabei
selbst übertreffen. Manchmal unternehmen sie Dinge, die außerhalb
ihrer Möglichkeiten liegen. Ich glaube, ich kann keine anderen Figuren
konstruieren. Und jedes Mal wenn ich mich von diesem Figurentypus entferne
fühle ich mich schlecht. (Nouri Bouzid)
Sonntag,
20.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 14.30
Uhr Kinderkino Kiriku und die wilden Tiere Michel Ocelot, Bénédicte Galup, Frankreich 2005, 75 min, DF, o.A., empfohlen ab 6 Jahren Musik: Youssou NDour, Manu Dibango, Rokia Traoré |
Wdh. vom 18.01.2008
| 20.30
Uhr Making Of Nouri Bouzid, Tunesien/Marokko/Deutschland 2006, 120 min, OmU mit Lotfi Abdelli, Afef ben Mahmoud |
Wdh. vom 19.01.2008
Sonntag,
20.01.2008
Filforum Höchst
| 18.30
Uhr J'ai vu tuer Ben Barka / I saw Ben Barka get killed Serge Le Péron, Frankreich/Marokko/Spanien 2005, 101min, OmeU mit Charles Berling, Simon Abkarian, Josiane Balasko, Jean-Pierre Leaud |
Wdh. vom 19.01.2008
20.30
Uhr Zu Gast: Fily Traoré
(Hauptdarsteller) |
Wdh. vom 18.01.2008
Montag,
21.01.2008
Filmforum Höchst
| 18.30
Uhr Juju Nana Akoto King Ampaw, Deutschland/Ghana 1986, 94 min, OmU mit Joe Eyison, Grace Nortey |
Nana Akoto, der alte Dorfchef
des kleinen Ortes Okoyo sieht seine Autorität langsam bröckeln.
Durch den Bau eines neuen Palastes möchte er sich ein Denkmal setzen.
Ausgerechnet sein Neffe und Nachfolger Kwame ist Befürworter einer
moderneren Dorfpolitik - er bringt aus der Hauptstadt den Plan für
den Aufbau einer Viehzucht mit und einen Bohrturm für die Wassersuche.
Nana Akoto wendet sich an den Medizinmann der ihm mit Juju, der Zauberkraft
der Ahnengeister, helfen soll. Er verpflichtet die Dorfuntertanen zu einer
Spendenaktion, um auf dem Schwarzmarkt Zement zu kaufen und zum Beweis
seiner unverminderten Potenz will er die junge Verlobte seines Neffen
zur Zweitfrau.
Eine Komödie, die mit sanftem Humor eine realistische Einblicke in
den ghanaischen Alltag vermittelt und die Probleme einer Gesellschaft
zwischen Traditionalismus und Modernismus zeigt.
| 20.30
Uhr Juju Factory Balufu Bakupa-Kanyinda, Dem. Rep. Kongo/Frankreich/Belgien 2006, 90 min, OmeU mit Dieudonné Kabongo Bashila, Carole Karemera Zu Gast: Balufu Bakupa-Kanyinda |
Wdh. vom 19.01.2008
Dienstag,
22.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 18.00
Uhr Mandabi / Le Mandat / Die Postanweisung Ousmane Sembène, Senegal/Frankreich 1968, 90 min, OmeU (wolof) Madamadou Gueye, Ynousse NDiaye |
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Der arbeitslose Ibrahima Dieng
erhält unerwartet eine Postanweisung über 25.000 Franc von seinem
Neffen aus Paris. Bald drängeln sich Familienmitglieder und Freunde
um den plötzlich wieder Kreditwürdigen. Doch die Bürokratie
erweist sich als unüberwindbare Hürde. Um die Anweisung einzulösen,
durchläuft der Mann mehrere Stationen, bei denen es jeweils Bestechungsgelder
oder Gebühren zu zahlen gibt.
Mandabi ist ein Satire brechtscher Art über die Bourgeoisie die ihren
Rang und Macht ausnutzen um das Volk zu unterdrücken und sich selbst
zu bereichern.
Nach einer Kurzgeschichte des Regisseurs gedreht ist MANDABI der erste
Film in der afrikanischen Wolof-Sprache und gilt als Schlüsselwerk
des afrikanischen Kinos.
| 20.30
Uhr Les Saignantes / Die Blutenden Jean-Pierre Bekolo, Kamerun/Frankreich 2005, 92 min, OmU, Beta SP mit Adèle Ado, Dorylia Calm, Emile Abossolo M`bo |
Der stilisierten Science-Fiction
Politthriller des kamerunischen Regisseurs und Querdenkers Jean-Pierre
Bekolo handelt von zwei junge Frauen, die ausziehen, um ein futuristisches
Land im Jahre 2025 von seinen korrupten, sex- und machtbesessenen Männern
zu befreien. Majolie und Chouchou bewegen sich in einer Welt, in der Sex,
Geld, Politik und Tod auf gefährliche Weise miteinander verwoben
sind. Jung, attraktiv, modern und todbringend sind sie auf Mission, die
Zukunft ihres Landes zu verändern. Doch ein hartnäckiger Feind
stellt sich ihnen in den Weg.
Als Metaerzählung webt Bekolo in seinen Film das so genannte Mevungu
ein - ein Ritual des Beti-Volkes, das den Geheimgesellschaften der Frauen
vorbehalten ist und welches nur in Krisenzeiten vollzogen wird.
In Kamerun wäre der Film fast der Zensur anheim gefallen.
Dienstag,
22.01.2008
Filmforum Höchst
| 18.30
Uhr Xala Ousmane Sembène, Senegal/Frankreich 1974, 120 min, OmU (französisch/wolof) mit Thierno Leye, Seun Samb |
Wdh. vom 18.01.2008
| 20.30
Uhr Il va pleuvoir sur Conakry / Clouds over Conakry Cheick Fantamady Camara, Guinea/Frankreich 2006, 113 min, OmeU mit Alexandre Ogou, Balla Moussa Keite, Fifi-Dalla Kouyate |
Cheik Fantamady Camaras erster
langer Spielfilm ist ein großartiges Panorama des privaten und politischen
Lebens in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Guinea.
Bangali, genannt Bibi, ein junger Karikaturist und die Informatikerin
Kesso lieben sich. Kesso ist schwanger, sie sehen jedoch keinen Grund,
deswegen zu heiraten. Aber Bibis Vater, ein Imam, ist seiner Religion
vollkommen ergeben und sieht sich als Bewahrer der Tradition. Er kann
die Geburt eines Kindes ohne vorherige Heirat nicht akzeptieren. Das würde
die Familienehre beschädigen ...
Cheik Fantamady Camara zeigt uns vor dem Hintergrund der vitalen und sinnlichen
Hauptstadt Guineas, Conakry, den Konflikt zwischen Tradition und aufgeklärter
Liberalität am Beispiel einer Familie, die von einem autoritären
Vater bestimmt wird.
Mittwoch,
23.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 18.00
Uhr Lumumba Raoul Peck, Frankreich/Belgien/Haiti/Deutschland 2000, 109 min, OmU mit Eriq Eouaney, Alex Descas |
Raoul Peck erzählt in
seinem streng an den historischen Fakten orientierten Spielfilm die Geschichte
von Patrice Lumumba, der, kaum an die Macht gekommen, durch ein politisches
Intrigenspiel des Westens entmachtet und ermordet wird. Und weil sein
Schicksal jenseits dieser ebenso einzigartigen wie tragischen politischen
Karriere die Geschichte seines Landes bis in unsere Tage vorzeichnet
und in mancherlei Hinsicht auch zu einem Gleichnis für die Entkolonialisierung
des ganzen Kontinents wird, ist Patrice Lumumba zu jener legendären
ja fast mythischen Figur geworden, die den Aufbruch Afrikas in die politische
Unabhängigkeit stellvertretend widerspiegelt.
Raoul Peck wurde 1953 in Port-au-Prince, Haiti, geboren. Weil sein Vater
eine Stelle im früheren Belgisch-Kongo annimmt, zieht die Familie
für einige Jahre nach Kinshasa. Als Kind erlebt Raoul Peck die damaligen
politischen Ereignisse um die Unabhängigkeit - teils aus großer
Nähe.
| 20.30
Uhr Il va pleuvoir sur Conakry / Clouds over Conakry Cheick Fantamady Camara, Guinea/Frankreich 2006, 113 min, OmeU mit Alexandre Ogou, Balla Moussa Keite, Fifi-Dalla Kouyate |
Wdh. vom 22.01.2008
Mittwoch,
23.01.2008
Filmforum Höchst
| 18.30
Uhr Thomas Sankara Balufu Bakupa-Kanyinda, Großbritannien 1991, 26 min OmeU, DVD Wdh vom 19.01.2008 Lumumba Tod des Propheten Raoul Peck, Deutschland/Haiti/Schweiz 1991, 68 min, DF, Dokumentarfilm |
Der Film, 30 Jahre nach der Ermordung von Patrice Lumumba realistisiert, ist eine essayistische Auseinandersetzung mit der Figur, den Legenden und dem Mythos des ersten Premierministers des unabhängigen Ex-Belgisch-Kongo (dann Zaire; nun wieder Kongo). Er verbindet private Überlegungen und Bilder mit Erinnerungen von Journalisten, die zu jener Zeit aus dem Kongo berichteten. Dabei entsteht ein Portrait des ermordeten Premierministers und eine kritische Bestandsaufnahme der moralischen, politischen und ethischen Verantwortung eines Journalisten.
| 20.30
Uhr Cuba, une odyssée africaine / Fidel, der Che und die afrikanische Odyssee Jihan el-Tahri Ägypten /Frankreich 2007, 120 min, DF Dokumentarfilm |
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Zwischen 1961 und 1989 bekämpften
sich auf dem afrikanischen Kontinent nicht nur - wie oft angenommen -
die beiden Supermächte USA und UdSSR, sondern vier gegnerische Parteien
mit klar definierten und einander entgegen gesetzten Interessen: Die Sowjets
wollten ihren Einfluss auf einen weiteren Kontinent ausdehnen, den Vereinigten
Staaten ging es darum, sich die Bodenschätze Afrikas zu sichern,
die ehemaligen Kolonialmächte sahen ihre Macht schwinden, und die
jungen Nationen verteidigten ihrerseits die neu gewonnene Unabhängigkeit.
Zum ersten Mal waren diese Völker Herren im eigenen Land. Sie bildeten
eine Art Block gegen Kapitalismus, Sozialismus und Kolonialismus und kämpften
für ein neues Ideal: den Internationalismus als Waffe zur Verteidigung
ihrer nationalen Unabhängigkeit.
Alle jungen afrikanischen Revolutionäre wie Amilcar Cabral und Agostinho
Neto baten die kubanischen Guerilleros um Unterstützung in ihrem
Kampf. Unter der Führung von Fidel Castro spielte Kuba eine entscheidende
Rolle in dieser offensiven Strategie der jungen Nationen der Dritten Welt
im Kampf gegen die ehemaligen und die neuen Kolonialmächte.
Die Dokumentation schildert die Konflikte des Kalten Krieges, die man
gemeinhin für Stellvertreterkriege hielt, vom tragikomischen Zwischenspiel
Che Guevaras im Kongo bis zum Sieg bei der Schlacht von Cuito Cuanavale
in Angola.
Donnerstag,
24.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 18.00
Uhr Emitai Gott des Donners Ousmane Sembène, Senegal 1971, 101 min, OmeU (diola/französisch) mit Ibou Camara, Ousmane Camara, Thérèse Mbissine Diop, Robert Fontaine |
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Emitai ist Sembènes erster historischer Film. Während des Zweiten Weltkrieges kommen französische Soldaten in ein Dorf des Diola-Stammes, in dem noch der Fetischismus verbreitet ist, um junge Männer zu rekrutieren und Reis einzutreiben. Während die Frauen den Reis verstecken ziehen sich die Dorfältesten zur Beratung in den Wald zurück. Als ihr Anführer auf ein Zeichen des Erntegottes hin zum Angriff ansetzt, kommt es zur tragischen Eskalation. Der Widerstand formiert sich bei den Frauen. Ursprünglich sollte die antikolonialistische Heldin An Sitoe als Vorbild dienen, doch Sembène entschließt sich gegen eine einzelne Protagonistin und hält die Geschichte allgemeiner auf die Gemeinschaft bezogen.
19.00
Uhr 21.00 Uhr |
Im Rahmen von Africa Alive feiert das EZEF (Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit) sein 25jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsempfang. Als Agentur für Filme aus dem Süden gibt das EZEF Filme aus und über Afrika, Lateinamerika und Asien für die Bildungsarbeit heraus, um das Bewusstsein für Entwicklungsfragen zu schärfen. Es vermittelt darüber hinaus die Projekt- und Produktionsförderung des EED (Evangelischer Entwicklungsdienst) für Filme zu dieser Thematik. Mit rund 300 Dokumentar-, Kurz- und Spielfilmen ist das EZEF derzeit der größte Anbieter von Dritte-Welt-Filmen in Deutschland. Zum Empfang in Frankfurt lädt das Filmkulturelle Zentrum im GEP (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, zusammen mit dem EED Trägerorganisation des EZEF) alle an Filmen aus dem Süden Interessierte ein. Informationen und Anmeldung: gepfilm@gep.de oder GEP, Filmkulturelles Zentrum, PF 500550, 60394 Frankfurt/M.
Als der respektierte, angesehene Guelwaar stirbt, kommt die Trauergemeinde zusammen um ihn zu beerdigen. Doch der Leichnam ist verschwunden. Wie sich bald herausstellt, gab es eine Verwechselung und der Leichnam wurde bereits bestattet, jedoch nach muslimischem Ritus. Da Guelwaar Katholik war, wird die Polizei gerufen, der Abgeordnete und der Präfekt werden in die Verhandlungen um die Herausgabe und Exhumierung der Leiche eingeschaltet. Die muslimische Familie will davon nichts wissen. Während der Konflikt sich zuspitzt und keine Lösung absehbar ist, wird in Rückblenden die Vorgeschichte erzählt: Guelwaar starb keines natürlichen Todes, sondern wurde Opfer eines Attentates, nachdem er eine Rede gegen die korruptionsfördernde Entwicklungspolitik gehalten hat.
Freitag,
25.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 14.30
Uhr Kinderkino Yaaba Idrissa Quedraogo, Burkina Faso/Schweiz/Frankreich 1989, 90 min, OmU, o.A., empfohlen ab 8 Jahren mit Roukieto Barry, Adama Quedraogo, Noufou Quedraogo |
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Fast schon ein Klassiker des afrikanischen Kinos ist YAABA. Die alte Sana lebt ausgestoßen am Rande eines Dorfes, weil sie für eine Hexe gehalten wird. Doch für den Jungen Bila und Nopoko ist die alte Frau eine Yaaba, der sie mit Würde und Respekt begegnen, denn Yaaba bedeutet Großmutter. Als Nopoko erkrankt, sind es Bilas Mut und die Heilkräfte Yaabas, die ihr das Leben retten. Ein Film über Liebe und gegen Vorurteile, der den Alltag am Rande der Sahelzone zeigt.
| 18.00
Uhr LAmazone candidate Sanvi Panou, Benin/Frankreich 2007, 90 min, OmeU, Beta SP Dokumentarfilm mit Marie Elyse Gbédo |
Wdh vom 19.01.2007
| 20.30
Uhr Bunny Chow: Know Thyself John Barker, Südafrika 2006, 95 min, OmeU Mit David Kibuuka, Kagiso Lediga, Joey Rasdien |
Kagiso und Joey sind zwei Johannesburger Standup Comedians mit eher mäßigem Erfolg, während ihr recht ernster Freund David vom Tellerwäscher zum Performer graduieren möchte. Kagiso und Joey haben feste Freundinnen, David schaut sich noch um. Auf der Autoreise zum jährlich stattfindenden Oppikoppi Musikfestival, gabelt das Trio einen weiteren Bekannten auf. John Barkers erster Spielfilm ist ein südafrikanisches Road Movie, in dem drei unreife Erwachsene die Lebensrealität zu bewältigen versuchen. Ihr Ziel ist das Oppikoppi Musikfestival auf dem sie sich sowohl einen Auftritt erhoffen und sich gleichzeitig auch mit Sex, Schnaps und Drogen austoben wollen. Der Film zeigt ihre Reise und ihre Erlebnisse beim Festival, die nicht genau ihren Erwartungen entsprechen.
| 22.30
Uhr Retour à Gorée Pierre-Yves Borgeaud, Schweiz/Luxemburg 2006, 108 min, OmeU mit Youssou NDour, Moncef Genoud Dokumentarfilm |
Das musikalische Roadmovie
erzählt von der Reise des afrikanischen Sängers Youssou N'Dour.
Er folgt den Spuren der schwarzen Sklaven und ihrer Musik, dem Jazz.
Die Herausforderung besteht darin, ein Jazz-Repertoire nach Afrika zu
bringen und es auf der Insel Gorée zu singen - als Hommage an die
Opfer des Sklavenhandels, für welchen das vor der senegalesischen
Küste gelegene Eiland ein Mahnmal und Symbol ist.
Zusammen mit dem Schweizer Pianisten Moncef Genoud durchreist Youssou
N'Dour die USA und Europa. Von herausragenden Musikern begleitet, kreieren
sie im Lauf von Begegnungen, Konzerten und Diskussionen über die
Sklaverei eine Musik, welche die verschiedensten Kulturen zusammenbringt.
Von Atlanta nach New Orleans, von New York über Luxemburg nach Dakar
verändern sich die Lieder, vermischen sich mit Jazz und Gospel.
Samstag,
26.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 16.00
Uhr Retour à Gorée Pierre-Yves Borgeaud, Schweiz/Luxemburg 2006, 108 min, OmeU mit Youssou NDour, Moncef Genoud |
Wdh. vom 25.01.2008
| 18.00
Uhr Le Cercle de noyés / Der Kreis der Ertrunkenen Pierre-Yves Vandeweerd, Belgien/Frankreich 2007, 75 min, OmeU, Beta SP Dokumentarfilm |
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Le Cercle des noyés so nennt man in Mauretanien die politischen Gefangenen schwarzafrikanischer Herkunft, die ab dem Jahre 1987 in dem alten Kolonialfort von Oualata inhaftiert waren. Der Film zeigt die schwierige Erinnerungsarbeit eines ehemaligen Gefangenen, der über seine Haftzeit und die seiner Leidensgenossen berichtet. Wie ein Echo sieht der Betrachter nacheinander die Orte ihrer Gefangenschaft auftauchen.
| 20.30
Uhr Africa Paradis Sylvestre Amoussou, Benin/Frankreich 2006, 86 min, OmeU mit Eriq Ebouaney, Emil Abossolo Mbo |
Wdh. vom 17.01.2008
| 22.30
Uhr Bunny Chow: Know Thyself John Barker, Südafrika 2006, 95 min, OmeU mit David Kibuuka, Kagiso Lediga, Joey Rasdien |
Wdh. vom 25.01.2008
Sonntag,
27.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 16.00
Uhr Kinderkino Yaaba Idrissa Quedraogo, Burkina Faso/Schweiz/Frankreich 1989, 90 min, OmU, o.A., empfohlen ab 8 Jahren mit Roukieto Barry, Adama Quedraogo, Noufou Quedraogo |
Wdh. vom 25.01.2008
| 18.00
Uhr 50 Jahre Ton- und Bildstelle Roaming Around Brigitte Bertele, Deutschland 2007, 53 min, OmU, Dokumentarfilm Zu Gast: Brigitte Bertele |
Die Ton- und Bildstelle,
Mitbegründerin und Mitveranstalterin von Africa Alive, feiert in
diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Als evangelische Medienzentrale
in Frankfurt verleiht sie viele Dokumentar- und Spielfilme aus Afrika
bzw. Produktionen, die in Partnerschaft mit afrikanischen Regisseuren
entstanden sind. Das beeindruckende Filmporträt von Straßenkindern
in Accra Roaming Around, bildet am 27. Januar den festlichen Auftakt zu
den Jubiläumsveranstaltungen 2008. Die Regisseurin Brigitte
Bertele wird anwesend sein zum Filmgespräch nach der Vorstellung
und zu einem kleinen Empfang mit den Besuchern im Foyer des Kinos.
Roaming Around: Sodom und Gomorrha nennen
die Einwohner der ghanaischen Millionenmetropole Accra die wilde Siedlung
am Rande des Agbogbloshie-Marktes, die Straßenkindern und anderen
Gestrandeten Zuflucht bietet.
Die Schriftstellerin Amma Darko blickt jeden Tag aus ihrem Fenster auf
das Treiben des Marktes. Das Phänomen der Straßenkinder,
sagt sie, ist schlicht und einfach ein Symptom extremer Armut, Korruption,
Unterentwicklung, unzeitgemäßer Traditionen, all die Dinge,
die unsere Gesellschaft zutiefst prägen. Der Film folgt einigen
der Kinder: Emmanuel und Azariah, die unzertrennlich sind wie Brüder,
Stephen mit der zerfurchten Stirn und nur einem Schuh, Justice, der durch
seine Schlitzohrigkeit immer bekommt was er will. Durch die Reflexionen
von Amma Darko erhalten die Geschichten der Kinder ein universelles Profil,
in dem sich literarische Passagen mit der dokumentarischen Beobachtung
mischen.
| 20.30
Uhr Ezra Newton Aduaka, Nigeria/Frankreich/Österreich 2007, 106 min, OmU mit Mamoudou Turay Kamara, Mariame NDiaye |
Wdh. vom 18.01.2008
| 18.00
Uhr Kukurantumi Road to Accra King Ampaw, Ghana/BRD 1983, 90 min, OmU (englisch) mit Evans Oma Hunter, Amy Appiah Zu Gast: King Ampaw |
Addey, ein Lkw-Fahrer aus Ghana
lebt mit seiner Familie in dem Dorf Kukurantumi, etwa 100 Kilometer nördlich
der Landeshauptstadt Accra. Jeden Tag pendelt er mit seinem schrottreifen
Lkw mit Holzbänken für die Passagiere auf der Ladefläche,
zwischen Kukurantumi und der 100 km entfernten Hauptstadt Accra. Eines
Tages ereignet sich ein Unfall. Addey hat zwar keine Schuld - die Bremsen
versagten -, aber er verliert trotzdem seinen Job. Er versucht sein Glück
in Accra. Seine Frau Sewa und Abena, seine Tochter, will er später
nachholen. Mit geliehenem Geld repariert sich Addey einen alten Lorry.
Als "reicher Mann" kehrt er nach Kukurantumi zurück und
will seine Tochter mit seinem Gläubiger verheiraten. Aber Abena liebt
Bob und flieht mit ihm. Allein kehrt Addey nach Accra zurück. Immer
tiefer verwickelt er sich in die Widersprüche zwischen traditioneller
Lebensform und hauptstädtischer Geschäftemacherei.
Es gibt keinen Weg zurück. Landarbeit ist Schwerstarbeit, wer
einmal in der Stadt war und sieht, wie viel leichter die Lebensbedingungen
dort für viel scheinbar sind, hat die Hoffnung, es eines Tages auch
zu schaffen. King Ampaw
| 20.30
Uhr No Time to Die King Ampaw, Ghana/BRD 2006, 90 min, OmU (englisch) mit David Dontoh, Agatha Ofori Zu Gast: King Ampaw |
Die neueste Komödie von King Ampaw erzählt von den Schwierigkeiten des jungen Asante, eine Frau zu finden. Sein Problem ist sein Beruf: Asante ist Leichenwagenfahrer. Er geht ihm mit großer Freude und dem gebotenen Ernst nach. In Ghana gibt es einen ausgeprägten Totenkult und die farbigen Särge, welche die Vorlieben der Verstorbenen erkennen lassen, sind weit über Ghana hinaus bekannt. Dennoch sind die Vorbehalte gegenüber Asantes Job groß und eigentlich dieselben wie anderswo auf der Welt. Bis die attraktive Tänzerin Esi, die gerade ihre Mutter verloren hat, von Asantes Vorzügen überzeugt sein wird, gilt es einige Stolpersteine beiseite zu räumen
| 18.00
Uhr Ceddo Ousmane Sembène, Senegal 1976, 120 min, OmU (wolof/französisch) mit Mamadou Ndiaye Diagne, Makhourédia Guéye, Tabara N'diaye |
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Der Film spielt im 17. Jahrhundert in der vorkolonialen Zeit des Sklavenhandels als Christentum und Islam in Westafrika eindringen. Während die Religionen auf Expansionskurs sind um ihre Macht zu vergrößern, verspricht der Sklavenhandel ein lukratives Geschäft. Nachdem er die königliche Familie und die Würdenträger des Regimes zum Islam bekehrt hat, trifft der Imam auf den Widerstand der Ceddo, einer Bevölkerungsgruppe, die nicht auf ihre afrikanische Spiritualität und ihre kulturelle Identität verzichten wollen. Um seine Ziele zu erreichen reißt der Imam die Macht an sich. Einer der stärksten Filme Sembènes.
| 20.30
Uhr Black Deutschland Oliver Hardt, Deutschland 2005, 53 min, Beta SP, OmU, Dokumentarfilm Zu Gast: Oliver Hardt |
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Der Dokumentarfilm ist eine
intime Studie über das Denken und Fühlen einer gar nicht so
kleinen Minderheit, über schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland,
die allein deshalb als Ausländer gelten, weil sie anders aussehen.
Sie reflektieren über ihre Situation und ihre Identität, sprechen
über Fremdbilder und Vorurteile, über ein tief verwurzeltes
Selbstbewusstsein, aber auch über ihre Ängste und Unsicherheiten.
Zu Wort kommen unter anderem Sam Meffire, Ex-Polizist und Streetworker,
der US-amerikanische Schriftsteller Darius James, der Schauspieler und
Musiker Tyron Rickett, Vincent Mewanu, Barkeeper und Publizistikstudent,
sowie die Radiomoderatorin Noah Sow.
Mich hat interessiert, wie Bilder und Gegenbilder, Lebensentwürfe
und ihre mediale Spiegelungen sich gegenseitig bedingen und beeinflussen.
Und wie sich daraus eine gesellschaftliche Realität formt, in der
uralte Klischees und Zuschreibungen fortbestehen, und zwar ganz unabhängig
von guten oder bösen Absichten. (Oliver Hardt)ilme Sembènes.
Donnerstag,
31.01.2008
Deutsches Filmmuseum
| 14.30
Uhr Sankofa Haile Gerima, USA/Ghana/Deutschland 1993, 125 min, OmU mit Oyafunmike Ogunlano, Alexandra Duah |
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Ausgangspunkt der Handlung
ist die Festung Elmina an der Küste Ghanas, von der aus einst die
Sklaven nach Nordamerika und in die Karibik verschifft wurden. Mona, einem
afroamerikanischen Fotomodell, dient das Fort nicht als Touristenattraktion,
sondern als Kulisse für Modeaufnahmen.
Durch einen Zeitsprung wird sie in die Geschichte zurückversetzt
und findet sich als Haussklavin Shola auf den amerikanischen Zuckerplantagen
wieder, mitten in den Vorbereitungen zu einem Aufstand der Sklaven. Als
sie sich mit den Feldsklaven solidarisiert, fällt sie jedoch schnell
in Ungnade und bekommt den Unterdrückungsmechanismus des Systems
zu spüren.
SANKOFA ist einer der wenigen Filme, der sich aus afrikanischer bzw afroamerikanischer
Sicht mit dem Thema der Sklaverei auseinandersetzt. In der afroamerikanischen
Bevölkerung der USA hat der Film deshalb Kultstatus.
| 20.30
Uhr Yes I Am! Sven Halfar, Deutschland 2006, 104 min, Dokumentarfilm mit D-Flame, Adé Bantu, Mamadee und Xavier Naidoo |
D-Flame, Mamadee und Adé
begegneten sich zum ersten Mal, nachdem der Schwarze Alberto Adriano in
einem Dessauer Park von drei Jugendlichen erschlagen wurde. Über
zwanzig der bekanntesten afrodeutschen Musiker schlossen sich daraufhin
zu dem Bandprojekt "Brothers Keepers" zusammen, spielten die
Maxi Adriano (Letzte Warnung) und das Album Lightkultur ein.
Sie zogen durch ostdeutsche Schulen, um selbst mit den Kids zu sprechen.
Vor diesem Hintergrund entstand der Dokumentarfilm YES I AM! von Filmemacher
Sven Halfar, der die drei Musiker Adé, D-Flame und Mamadee eindrucksvoll
und einfühlsam portraitiert. Anhand der persönlichen Lebensgeschichten
der Protagonisten erzählt der Film von den Schwierigkeiten, eine
afrodeutsche Identität zu entwickeln und der Problematik der Integration
in die deutsche Gesellschaft.