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Programm 2008

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Filmprogramm

Donnerstag, 17.01.2008 (Auftaktveranstaltung)

Filmforum Höchst

20.00 Uhr
Africa Paradis


Sylvestre Amoussou, Benin/Frankreich 2006, 86 min, OmeU
mit Eriq Ebouaney, Emil Abossolo M’bo

Die Komödie AFRICA PARADIS spielt geschickt mit einer Umkehrung der Verhältnisse.
In Europa herrschen Armut, Unsicherheit, Arbeitslosigkeit. Auch der französische Ingenieur Olivier und die Lehrerin Pauline sehen keine Perspektiven mehr und beschließen in die Vereinigten Staaten von Afrika, den reichen prosperierenden Kontinent, auszuwandern. Aber die „Festung Afrika“ ist nicht so leicht zu erreichen, nur Fachkräfte sind willkommen. Olivier und Pauline, denen ein Visum verweigert wurde, sind gezwungen illegal mit Hilfe von Schleppern nach Afrika zu immigrieren. Dort finden sie als „Sans Papiers“ zwar – unterbezahlte – Arbeit, sind aber mit schlechten Wohnbedingungen und dem täglichen Rassismus konfrontiert. Schließlich gehen sie mit zu einer Demonstration für die Interessen der Migranten.

Im Anschluss stellt das Africa-Alive Team sich vor.

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Freitag, 18.01.2008

Deutsches Filmmuseum

14.30 Uhr

Kinderkino
Kiriku und die wilden Tiere


Michel Ocelot, Bénédicte Galup, Frankreich 2005, 75 min, DF, o.A.,
empfohlen ab 6 Jahren
Musik: Youssou N‘Dour, Manu Dibango, Rokia Traoré

In dem fantasievollen Film des Franzosen Michel Ocelot meistert Kiriku allerlei Abenteuer: So sorgt er dafür, dass die Wasser-versorgung seines Dorfes gesichert bleibt, und findet heraus, warum die wilde Hyäne die Ernte zerstört. In KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE lernt man auf außergewöhnliche Art das Leben eines afrikanischen Dorfes kennen.

 

19.00 Uhr

Eröffnung des Festivals im Foyer des Deutschen Filmmuseums


mit einer Videoinstallation von Annabel Olivier
in Anwesenheit von Koulsy Lamko
 

All die Wegbereiter eines neuen Afrikas – Thomas Sankara (Burkina Faso), Patrice Lumumba (Kongo), Amilcar Cabral (Guinea-Bissau), Ben Barka (Marokko) und Samora Machel (Mosambik) haben jeweils auf ihre Art versucht, von den tatsächlichen Bedürfnissen Afrikas ausgehend, Zukunftsperspektiven zu entwickeln, die auf ein demokratisches Miteinander, ein solidarisches Wirtschaften setzen.
Sie waren jung, charismatisch und setzten in ihrer kurzen Wirkungszeit bedeutende Veränderungen in Gang, die noch bis heute Afrika prägen. Sie alle traf das selbe Schicksal: Ihrem Leben wurde ein gewaltsames Ende gesetzt. Der jüngste von ihnen, Thomas Sankara, Staatspräsident von Burkina Faso, der das frühere Obervolta in Burkina Faso, “Land der Aufrechten”, umbenannte, wurde am 15.10.1987 mit nur 37 Jahren ermordet.
Vielerorts in der Welt wurde an den 20. Jahrestag seines Todes erinnert: mit verschiedenen Veranstaltungen, Konzerten und mit einer internationalen Karawane. Dr. Koulsy Lamko – Dramatur und Poet aus Tschad, im mexikanischen Exil lebend - der während der Regierungszeit von Sankara, in der Phase des radikalen Aufbruchs, in Burkina Faso lebte und wirkte, ist einer der Initiatoren dieser Karawane und wird darüber berichten.
Die Ideen dieser jungen Demokraten sind bis heute gültig, auch über ihren Kontinent hinaus. Diese visionären Stimmen Afrikas sind - trotz der Versuche, sie physisch auszulöschen - noch lange nicht verstummt.

Eine Videoinstallation von Annabel Olivier mit Dokumentaraufnahmen wird an diese Zeit des Aufbruchs und der Hoffnung erinnern.
Mit musikalischer Begleitung und afrikanischem Büffet.

20.30 Uhr

Faro – La Reine des eaux / Faro – Königin des Wassers


Salif Traoré, Mali/Frankreich/Kanada/Burkina Faso/Deutschland 2007, 96 min, OmU (bambara)
mit Sotigui Kouyaté, Fily Traoré

Zu Gast: Fily Traoré (Hauptdarsteller)

Zanga wurde als unehelicher Junge einst aus seinem Dorf am Niger vertrieben. Nachdem er lange in der Stadt gelebt und dort auch studiert hat, kehrt er nun als erwachsener Mann in sein Dorf zurück. Seine Rückkehr löst eine Reihe von Konflikten aus.
Salif Traoré lässt den Protagonisten seines Spielfilms als Verkörperung der modernen Welt auf eine geschlossene malische Dorfgemeinschaft am Niger treffen, die den afrikanischen Traditionen, dem Aberglauben und dem Glauben an die spirituelle Kraft des Flusses verhaftet ist.

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Freitag, 18.01.2008

Filmforum Höchst

18.30 Uhr

Xala


Ousmane Sembène, Senegal/Frankreich 1974, 120 min, OmU (französisch/wolof)
mit Thierno Leye, Seun Samb

Ousmane Sembènes Film basiert auf seinem gleichnamigen Roman, der die bürgerliche Oberschicht im nach-kolonialen Senegal karikiert, die sich einerseits an den Statussymbolen der Weißen orientiert und sich ihr Wohlergehen auf Kosten der übrigen Bevölkerung verschafft, andererseits aber noch den Traditionen und Riten der Einheimischen verhaftet ist.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der einflußreiche Geschäftsmann EI Hadj Abdu Kader. Seine Hochzeit mit der dritten Frau, ein gesellschaftliches Ereignis in Dakar, wird zum persönlichen Fiasko, denn in der Hochzeitsnacht wird er impotent; er hat den XALA (Ausspr. „Chala“), wie man diesen Zustand in der Wolof-Sprache nennt. Seine Freunde, zunächst noch mitfühlend, ziehen sich allmählich von ihm zurück; die zweite Frau macht ihm Szenen; die neuen Schwiegereltern intrigieren; die Bank sperrt ihm den Kredit. Schließlich macht er Bankrott, verliert seinen guten Ruf und zwei seiner Frauen. Nur der XALA bleibt ...

 

20.30 Uhr

Ezra


Newton Aduaka, Nigeria/Frankreich/Österreich 2007, 106 min, OmU
mit Mamoudou Turay Kamara, Mariame N’Diaye

Sierra Leone 2002: Der ehemalige Kindersoldat Ezra versucht in seinem jahrelang vom Bürgerkrieg gezeichneten Land in ein normales Leben zurückzufinden. Dabei muss sich der Jugendliche seiner Vergangenheit stellen: in einer Psychotherapie, aber auch vor dem UNO-Tribunal zur Aufklärung der Kriegsverbrechen. Im Alter von acht Jahren wurde Ezra von den Rebellen der RUF, der Revolutionary United Front entführt und zum Soldaten gemacht. Acht Jahre lang geht er den Weg von Ideologie, Gewalt und Diamantenschmuggel, der ihn eines Tages auch wieder in seine Heimat führt. Von seinem Befehlshaber unter Drogen gesetzt, nimmt Ezra sogar an einem Angriff auf sein eigenes Dorf teil. Vor dem UNO-Tribunal gibt er an, keine Erinnerung an das Massaker zu haben. Doch Ezras Schwester Onitcha erhebt einen schrecklichen Vorwurf ...
EZRA gewann den ersten Preis beim Filmfestival in Ouagadougou.

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Samstag, 19.01.2008

Deutsches Filmmuseum

18.00 Uhr

Thomas Sankara

Balufu Bakupa-Kanyinda, Großbritannien 1991, 26 min OmeU, DVD


Thomas Sankara, l’homme intègre
Robin Shuffield, Frankreich 2006, 52 min OmeU, Beta SP

Die beiden Dokumentarfilme zeichnen anhand von Archivbildern sowie Interviews mit Verwandten, Freunden, Mitarbeitern und Politikern das Portrait des charismatischen Staatsmannes, der wegen seiner politischen Ideen auch als der ‚Che Guevara Schwarzafrikas’ bezeichnet wird. Sankara galt als Vorkämpfer für ein selbstbestimmtes Afrika.
Thomas Sankara war 37 Jahre alt, als er im Oktober 1987 ermordet wurde. Seit 1983 stand er an der Spitze des jungen Staates Burkina Faso. Um die wirtschaftliche Unabhängigkeit Burkina Fasos zu sichern, verstaatlichte Sankara den Mineralstoffreichtum des Landes und der Territorien, die sich in westlicher Hand befanden. Er brach mit internationalen Finanzinstitutionen wie dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Dies setzte innere Ressourcen frei, die der Staat für dringend benötigte Sozialprogramme für Arme (z.B. öffentliche Bildung, Krankenversorgung und Wohnungen) umlenkte.
Mit seiner revolutionären Arbeit machte er sich nicht nur Freunde, sondern auch Feinde.

20.00 Uhr

Juju Factory


Balufu Bakupa-Kanyinda, Dem. Rep. Kongo/Frankreich/Belgien 2006, 90 min, OmeU
mit Dieudonné Kabongo Bashila, Carole Karemera

Zu Gast: Balufu Bakupa-Kanyinda

Der Schriftsteller Kongo Congo erhält den Auftrag ein Buch über ‚Matonge’, das afrikanische Viertel von Brüssel und die dort lebende kongolesische Gemeinschaft zu schreiben. Während seinem Verleger ein ethnologischer Roman und Reiseführer mit ethnischen und folkloristischen Ingredienzien vorschwebt, geht es Congo um eine kritische Darstellung, die über die afrikanische Geschichte und Identität reflektiert. Congo, dessen finanzielle Situation problematisch ist, muss sich entscheiden. Soll er seinen Vorstellungen über das Buch folgen oder soll er den Vorstellungen des Verlegers entsprechen, soll er über das „Dorf von Matonge“ oder soll er über die „Juju Factory“ schreiben?
Der kongolesische Schriftsteller und Filmemacher Balufu Bakupa-Kanyinda
studierte Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie in Brüssel.
Nach seinen Filmstudien in Frankreich, Großbritannien und den USA, drehte er sowohl Dokumentar- als auch Spielfilme, und lehrt zurzeit Film in New York.

 

22.30 Uhr

J'ai vu tuer Ben Barka / I saw Ben Barka get killed


Serge Le Péron, Frankreich/Marokko/Spanien 2005, 101min, OmeU
mit Charles Berling, Simon Abkarian, Josiane Balasko, Jean-Pierre Leaud

Ein politischer Thriller um die Ermordung des marokkanischen Oppositionellen Ben Barka. Am 29. Oktober 1965 wird dieser in Paris vor der Brasserie Lipp entführt und wenig später in einem Pariser Vorort durch marokkanische Sicherheitskräfte umgebracht. Die Entführung wurde vom kriminellen Milieu und französischen Agenten organisiert. Die Leiche des Mitbegründers der marokkanischen Unabhängigkeitsbewegung Istiqlal wurde bis heute nicht gefunden.
Serge Le Peron rekonstruiert diese Ereignisse und stellt den Journalisten Georges Figon, den die französische Polizei ein Jahr später ebenfalls ermordet auffindet, in den Mittelpunkt.
Figon hatte Ben Barka in die Falle gelockt, indem er ihm anbot, an einem Dokumentarfilmprojekt über die Entkolonisierung mitzuarbeiten. Das Drehbuch stammte von Marguerite Duras, Regie sollte Georges Franju führen. Für eine Vorbesprechung wurde die Brasserie Lipp in St. Germain ausgewählt.......

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Samstag, 19.01.2008

Filmforum Höchst

18.30 Uhr

L’Amazone candidate


Sanvi Panou, Benin/Frankreich 2007, 90 min, OmeU, Beta SP
Dokumentarfilm mit Marie Elyse Gbédo

Sanvi Panou dokumentiert in seinem Film den Wahlkampf der Anwältin Marie Elyse Gbédo, der eisernen Lady aus Benin, die im März 2006 zum zweiten Mal für die Präsidentschaft ihres Landes kandidierte. Der Film zeigt uns eine Frau, die das neue Afrika verkörpert, die angetreten ist, das politische Leben und die politischen Sitten des Landes radikal zu verändern. Politik wird hier nicht mit dem Mittel der Gewalt ausgetragen, sondern kommt aus der Bürgergesellschaft, aus dem demokratischen Engagement, das zeigt, dass Afrika sich verändert, besonders durch die afrikanischen Frauen.

 

20.30 Uhr

Making Of


Nouri Bouzid, Tunesien/Marokko/Deutschland 2006, 120 min, OmU
mit Lotfi Abdelli, Afef ben Mahmoud

Zu Gast: Nouri Bouzid (angefragt)

Zwanzig Jahre nachdem der tunesische Regisseur Nouri Bouzid mit seinem Debütfilm L´HOMME DES CENDRES für Aufsehen sorgte, greift er in MAKING OF erneut ein brisantes Thema auf: den Terrorismus. Der Film erzählt die Entwicklung eines jungen Mannes zum Beinahe-Attentäter. Der 25-jährige Bahta träumt von einer Karriere als Breakdancer in Italien. Er hat keine Ausbildung, keinen Job, und wegen des Irakkriegs bleibt ihm auch die Auswanderung aus Tunesien verwehrt. Von der Polizei schikaniert und der Perspektivlosigkeit seines Lebens frustriert erscheint er als idealer Selbstmordattentäter und wird von einer Gruppe Fundamentalisten rekrutiert. Sogar als er den Sprengstoffgürtel bereits umgelegt hat, plagen ihn Zweifel, ob er das Recht hat, andere Menschen in den Tod zu reißen. Doch nicht nur die Figur, auch Darsteller und Regisseur haben ob der Brisanz des Stoffes Zweifel an ihrer Arbeit. In drei in den Handlungsverlauf eingeschnittenen Making Of's diskutiert der Regisseur mit Hauptdarsteller Lotfi Abdelli die Thesen des Films.

„Alle meine Figuren sind verletzt. Ich entwickle in meinen Filmen Charakteristika der verletzten, unterlegenen, zerstörten Figuren, die aber immer noch Energie haben um wieder nach oben zu gelangen, aber nur um den Preis ihres Lebens, indem sie ihr Leben lassen und sich dabei selbst übertreffen. Manchmal unternehmen sie Dinge, die außerhalb ihrer Möglichkeiten liegen. Ich glaube, ich kann keine anderen Figuren konstruieren. Und jedes Mal wenn ich mich von diesem Figurentypus entferne fühle ich mich schlecht.“ (Nouri Bouzid)

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Sonntag, 20.01.2008

Deutsches Filmmuseum

14.30 Uhr

Kinderkino
Kiriku und die wilden Tiere


Michel Ocelot, Bénédicte Galup, Frankreich 2005, 75 min, DF, o.A.,
empfohlen ab 6 Jahren
Musik: Youssou N‘Dour, Manu Dibango, Rokia Traoré
 

Wdh. vom 18.01.2008

 

20.30 Uhr

Making Of


Nouri Bouzid, Tunesien/Marokko/Deutschland 2006, 120 min, OmU
mit Lotfi Abdelli, Afef ben Mahmoud
 

Wdh. vom 19.01.2008

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Sonntag, 20.01.2008

Filforum Höchst

18.30 Uhr

J'ai vu tuer Ben Barka / I saw Ben Barka get killed


Serge Le Péron, Frankreich/Marokko/Spanien 2005, 101min, OmeU
mit Charles Berling, Simon Abkarian, Josiane Balasko, Jean-Pierre Leaud
 

Wdh. vom 19.01.2008

 

20.30 Uhr

Faro – La Reine des eaux / Faro – Königin des Wassers


Salif Traoré, Mali/Frankreich/Kanada/Burkina Faso/Deutschland 2007, 96 min, OmU (bambara)
mit Sotigui Kouyaté, Fily Traoré

Zu Gast: Fily Traoré (Hauptdarsteller)

 

Wdh. vom 18.01.2008

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Montag, 21.01.2008

Filmforum Höchst

18.30 Uhr

Juju – Nana Akoto


King Ampaw, Deutschland/Ghana 1986, 94 min, OmU
mit Joe Eyison, Grace Nortey
 

Nana Akoto, der alte Dorfchef des kleinen Ortes Okoyo sieht seine Autorität langsam bröckeln. Durch den Bau eines neuen Palastes möchte er sich ein Denkmal setzen. Ausgerechnet sein Neffe und Nachfolger Kwame ist Befürworter einer moderneren Dorfpolitik - er bringt aus der Hauptstadt den Plan für den Aufbau einer Viehzucht mit und einen Bohrturm für die Wassersuche. Nana Akoto wendet sich an den Medizinmann der ihm mit Juju, der Zauberkraft der Ahnengeister, helfen soll. Er verpflichtet die Dorfuntertanen zu einer Spendenaktion, um auf dem Schwarzmarkt Zement zu kaufen und zum Beweis seiner unverminderten Potenz will er die junge Verlobte seines Neffen zur Zweitfrau.
Eine Komödie, die mit sanftem Humor eine realistische Einblicke in den ghanaischen Alltag vermittelt und die Probleme einer Gesellschaft zwischen Traditionalismus und Modernismus zeigt.

 

20.30 Uhr

Juju Factory


Balufu Bakupa-Kanyinda, Dem. Rep. Kongo/Frankreich/Belgien 2006, 90 min, OmeU
mit Dieudonné Kabongo Bashila, Carole Karemera

Zu Gast: Balufu Bakupa-Kanyinda
 

Wdh. vom 19.01.2008

 

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Dienstag, 22.01.2008

Deutsches Filmmuseum

18.00 Uhr

Mandabi / Le Mandat / Die Postanweisung


Ousmane Sembène, Senegal/Frankreich 1968, 90 min, OmeU (wolof)
Madamadou Gueye, Ynousse N’Diaye

Der arbeitslose Ibrahima Dieng erhält unerwartet eine Postanweisung über 25.000 Franc von seinem Neffen aus Paris. Bald drängeln sich Familienmitglieder und Freunde um den plötzlich wieder Kreditwürdigen. Doch die Bürokratie erweist sich als unüberwindbare Hürde. Um die Anweisung einzulösen, durchläuft der Mann mehrere Stationen, bei denen es jeweils Bestechungsgelder oder Gebühren zu zahlen gibt.
Mandabi ist ein Satire brechtscher Art über die Bourgeoisie die ihren Rang und Macht ausnutzen um das Volk zu unterdrücken und sich selbst zu bereichern.
Nach einer Kurzgeschichte des Regisseurs gedreht ist MANDABI der erste Film in der afrikanischen Wolof-Sprache und gilt als Schlüsselwerk des afrikanischen Kinos.

 

20.30 Uhr

Les Saignantes / Die Blutenden


Jean-Pierre Bekolo, Kamerun/Frankreich 2005, 92 min, OmU, Beta SP
mit Adèle Ado, Dorylia Calm, Emile Abossolo M`bo

Der stilisierten Science-Fiction Politthriller des kamerunischen Regisseurs und Querdenkers Jean-Pierre Bekolo handelt von zwei junge Frauen, die ausziehen, um ein futuristisches Land im Jahre 2025 von seinen korrupten, sex- und machtbesessenen Männern zu befreien. Majolie und Chouchou bewegen sich in einer Welt, in der Sex, Geld, Politik und Tod auf gefährliche Weise miteinander verwoben sind. Jung, attraktiv, modern und todbringend sind sie auf Mission, die Zukunft ihres Landes zu verändern. Doch ein hartnäckiger Feind stellt sich ihnen in den Weg.
Als Metaerzählung webt Bekolo in seinen Film das so genannte Mevungu ein - ein Ritual des Beti-Volkes, das den Geheimgesellschaften der Frauen vorbehalten ist und welches nur in Krisenzeiten vollzogen wird.
In Kamerun wäre der Film fast der Zensur anheim gefallen.

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Dienstag, 22.01.2008

Filmforum Höchst

18.30 Uhr

Xala


Ousmane Sembène, Senegal/Frankreich 1974, 120 min, OmU (französisch/wolof)
mit Thierno Leye, Seun Samb
 

Wdh. vom 18.01.2008

 

20.30 Uhr

Il va pleuvoir sur Conakry / Clouds over Conakry


Cheick Fantamady Camara, Guinea/Frankreich 2006, 113 min, OmeU
mit Alexandre Ogou, Balla Moussa Keite, Fifi-Dalla Kouyate

Cheik Fantamady Camaras erster langer Spielfilm ist ein großartiges Panorama des privaten und politischen Lebens in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Guinea.
Bangali, genannt Bibi, ein junger Karikaturist und die Informatikerin Kesso lieben sich. Kesso ist schwanger, sie sehen jedoch keinen Grund, deswegen zu heiraten. Aber Bibis Vater, ein Imam, ist seiner Religion vollkommen ergeben und sieht sich als Bewahrer der Tradition. Er kann die Geburt eines Kindes ohne vorherige Heirat nicht akzeptieren. Das würde die Familienehre beschädigen ...
Cheik Fantamady Camara zeigt uns vor dem Hintergrund der vitalen und sinnlichen Hauptstadt Guineas, Conakry, den Konflikt zwischen Tradition und aufgeklärter Liberalität am Beispiel einer Familie, die von einem autoritären Vater bestimmt wird.

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Mittwoch, 23.01.2008

Deutsches Filmmuseum

18.00 Uhr

Lumumba


Raoul Peck, Frankreich/Belgien/Haiti/Deutschland 2000, 109 min, OmU
mit Eriq Eouaney, Alex Descas

Raoul Peck erzählt in seinem streng an den historischen Fakten orientierten Spielfilm die Geschichte von Patrice Lumumba, der, kaum an die Macht gekommen, durch ein politisches Intrigenspiel des Westens entmachtet und ermordet wird. Und weil sein Schicksal – jenseits dieser ebenso einzigartigen wie tragischen politischen Karriere – die Geschichte seines Landes bis in unsere Tage vorzeichnet und in mancherlei Hinsicht auch zu einem Gleichnis für die Entkolonialisierung des ganzen Kontinents wird, ist Patrice Lumumba zu jener legendären ja fast mythischen Figur geworden, die den Aufbruch Afrikas in die politische Unabhängigkeit stellvertretend widerspiegelt.

Raoul Peck wurde 1953 in Port-au-Prince, Haiti, geboren. Weil sein Vater eine Stelle im früheren Belgisch-Kongo annimmt, zieht die Familie für einige Jahre nach Kinshasa. Als Kind erlebt Raoul Peck die damaligen politischen Ereignisse um die Unabhängigkeit - teils aus großer Nähe.

 

20.30 Uhr

Il va pleuvoir sur Conakry / Clouds over Conakry


Cheick Fantamady Camara, Guinea/Frankreich 2006, 113 min, OmeU
mit Alexandre Ogou, Balla Moussa Keite, Fifi-Dalla Kouyate
 

Wdh. vom 22.01.2008

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Mittwoch, 23.01.2008

Filmforum Höchst

18.30 Uhr

Thomas Sankara
Balufu Bakupa-Kanyinda, Großbritannien 1991, 26 min OmeU, DVD
Wdh vom 19.01.2008
Lumumba – Tod des Propheten
Raoul Peck, Deutschland/Haiti/Schweiz 1991, 68 min, DF, Dokumentarfilm

Der Film, 30 Jahre nach der Ermordung von Patrice Lumumba realistisiert, ist eine essayistische Auseinandersetzung mit der Figur, den Legenden und dem Mythos des ersten Premierministers des unabhängigen Ex-Belgisch-Kongo (dann Zaire; nun wieder Kongo). Er verbindet private Überlegungen und Bilder mit Erinnerungen von Journalisten, die zu jener Zeit aus dem Kongo berichteten. Dabei entsteht ein Portrait des ermordeten Premierministers und eine kritische Bestandsaufnahme der moralischen, politischen und ethischen Verantwortung eines Journalisten.

 

20.30 Uhr

Cuba, une odyssée africaine / Fidel, der Che und die afrikanische Odyssee

Jihan el-Tahri Ägypten /Frankreich 2007, 120 min, DF
Dokumentarfilm

Zwischen 1961 und 1989 bekämpften sich auf dem afrikanischen Kontinent nicht nur - wie oft angenommen - die beiden Supermächte USA und UdSSR, sondern vier gegnerische Parteien mit klar definierten und einander entgegen gesetzten Interessen: Die Sowjets wollten ihren Einfluss auf einen weiteren Kontinent ausdehnen, den Vereinigten Staaten ging es darum, sich die Bodenschätze Afrikas zu sichern, die ehemaligen Kolonialmächte sahen ihre Macht schwinden, und die jungen Nationen verteidigten ihrerseits die neu gewonnene Unabhängigkeit. Zum ersten Mal waren diese Völker Herren im eigenen Land. Sie bildeten eine Art Block gegen Kapitalismus, Sozialismus und Kolonialismus und kämpften für ein neues Ideal: den Internationalismus als Waffe zur Verteidigung ihrer nationalen Unabhängigkeit.
Alle jungen afrikanischen Revolutionäre wie Amilcar Cabral und Agostinho Neto baten die kubanischen Guerilleros um Unterstützung in ihrem Kampf. Unter der Führung von Fidel Castro spielte Kuba eine entscheidende Rolle in dieser offensiven Strategie der jungen Nationen der Dritten Welt im Kampf gegen die ehemaligen und die neuen Kolonialmächte.
Die Dokumentation schildert die Konflikte des Kalten Krieges, die man gemeinhin für Stellvertreterkriege hielt, vom tragikomischen Zwischenspiel Che Guevaras im Kongo bis zum Sieg bei der Schlacht von Cuito Cuanavale in Angola.

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Donnerstag, 24.01.2008

Deutsches Filmmuseum

18.00 Uhr

Emitai – Gott des Donners

Ousmane Sembène, Senegal 1971, 101 min, OmeU (diola/französisch)
mit Ibou Camara, Ousmane Camara, Thérèse M’bissine Diop, Robert Fontaine

Emitai ist Sembènes erster historischer Film. Während des Zweiten Weltkrieges kommen französische Soldaten in ein Dorf des Diola-Stammes, in dem noch der Fetischismus verbreitet ist, um junge Männer zu rekrutieren und Reis einzutreiben. Während die Frauen den Reis verstecken ziehen sich die Dorfältesten zur Beratung in den Wald zurück. Als ihr Anführer auf ein Zeichen des Erntegottes hin zum Angriff ansetzt, kommt es zur tragischen Eskalation. Der Widerstand formiert sich bei den Frauen. Ursprünglich sollte die antikolonialistische Heldin An Sitoe als Vorbild dienen, doch Sembène entschließt sich gegen eine einzelne Protagonistin und hält die Geschichte allgemeiner auf die Gemeinschaft bezogen.

19.00 Uhr
Empfang zu 25 Jahren EZEF

21.00 Uhr
Guelwaar
Ousmane Sembène, Senegal/Frankreich/Deutschland 1992, 105 min, OmU
mit Omar Seck, Ndiawar Diop

Im Rahmen von „Africa Alive“ feiert das EZEF (Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit) sein 25jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsempfang. Als „Agentur für Filme aus dem Süden“ gibt das EZEF Filme aus und über Afrika, Lateinamerika und Asien für die Bildungsarbeit heraus, um das Bewusstsein für Entwicklungsfragen zu schärfen. Es vermittelt darüber hinaus die Projekt- und Produktionsförderung des EED (Evangelischer Entwicklungsdienst) für Filme zu dieser Thematik. Mit rund 300 Dokumentar-, Kurz- und Spielfilmen ist das EZEF derzeit der größte Anbieter von Dritte-Welt-Filmen in Deutschland. Zum Empfang in Frankfurt lädt das Filmkulturelle Zentrum im GEP (Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, zusammen mit dem EED Trägerorganisation des EZEF) alle an Filmen aus dem Süden Interessierte ein. Informationen und Anmeldung: gepfilm@gep.de oder GEP, Filmkulturelles Zentrum, PF 500550, 60394 Frankfurt/M.

Als der respektierte, angesehene Guelwaar stirbt, kommt die Trauergemeinde zusammen um ihn zu beerdigen. Doch der Leichnam ist verschwunden. Wie sich bald herausstellt, gab es eine Verwechselung und der Leichnam wurde bereits bestattet, jedoch nach muslimischem Ritus. Da Guelwaar Katholik war, wird die Polizei gerufen, der Abgeordnete und der Präfekt werden in die Verhandlungen um die Herausgabe und Exhumierung der Leiche eingeschaltet. Die muslimische Familie will davon nichts wissen. Während der Konflikt sich zuspitzt und keine Lösung absehbar ist, wird in Rückblenden die Vorgeschichte erzählt: Guelwaar starb keines natürlichen Todes, sondern wurde Opfer eines Attentates, nachdem er eine Rede gegen die korruptionsfördernde Entwicklungspolitik gehalten hat.

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Freitag, 25.01.2008

Deutsches Filmmuseum

14.30 Uhr

Kinderkino
Yaaba

Idrissa Quedraogo, Burkina Faso/Schweiz/Frankreich 1989, 90 min,
OmU, o.A., empfohlen ab 8 Jahren
mit Roukieto Barry, Adama Quedraogo, Noufou Quedraogo

Fast schon ein Klassiker des afrikanischen Kinos ist YAABA. Die alte Sana lebt ausgestoßen am Rande eines Dorfes, weil sie für eine Hexe gehalten wird. Doch für den Jungen Bila und Nopoko ist die alte Frau eine Yaaba, der sie mit Würde und Respekt begegnen, denn „Yaaba“ bedeutet „Großmutter“. Als Nopoko erkrankt, sind es Bilas Mut und die Heilkräfte Yaabas, die ihr das Leben retten. Ein Film über Liebe und gegen Vorurteile, der den Alltag am Rande der Sahelzone zeigt.

 

18.00 Uhr

L’Amazone candidate

Sanvi Panou, Benin/Frankreich 2007, 90 min, OmeU, Beta SP
Dokumentarfilm mit Marie Elyse Gbédo
 

Wdh vom 19.01.2007

 

20.30 Uhr

Bunny Chow: Know Thyself

John Barker, Südafrika 2006, 95 min, OmeU
Mit David Kibuuka, Kagiso Lediga, Joey Rasdien

Kagiso und Joey sind zwei Johannesburger Standup Comedians mit eher mäßigem Erfolg, während ihr recht ernster Freund David vom Tellerwäscher zum Performer graduieren möchte. Kagiso und Joey haben feste Freundinnen, David schaut sich noch um. Auf der Autoreise zum jährlich stattfindenden Oppikoppi Musikfestival, gabelt das Trio einen weiteren Bekannten auf. John Barkers erster Spielfilm ist ein südafrikanisches Road Movie, in dem drei unreife Erwachsene die Lebensrealität zu bewältigen versuchen. Ihr Ziel ist das Oppikoppi Musikfestival auf dem sie sich sowohl einen Auftritt erhoffen und sich gleichzeitig auch mit Sex, Schnaps und Drogen austoben wollen. Der Film zeigt ihre Reise und ihre Erlebnisse beim Festival, die nicht genau ihren Erwartungen entsprechen.

 

22.30 Uhr

Retour à Gorée

Pierre-Yves Borgeaud, Schweiz/Luxemburg 2006, 108 min, OmeU
mit Youssou N’Dour, Moncef Genoud
Dokumentarfilm

Das musikalische Roadmovie erzählt von der Reise des afrikanischen Sängers Youssou N'Dour. Er folgt den Spuren der schwarzen Sklaven und ihrer Musik, dem Jazz.
Die Herausforderung besteht darin, ein Jazz-Repertoire nach Afrika zu bringen und es auf der Insel Gorée zu singen - als Hommage an die Opfer des Sklavenhandels, für welchen das vor der senegalesischen Küste gelegene Eiland ein Mahnmal und Symbol ist.
Zusammen mit dem Schweizer Pianisten Moncef Genoud durchreist Youssou N'Dour die USA und Europa. Von herausragenden Musikern begleitet, kreieren sie im Lauf von Begegnungen, Konzerten und Diskussionen über die Sklaverei eine Musik, welche die verschiedensten Kulturen zusammenbringt.
Von Atlanta nach New Orleans, von New York über Luxemburg nach Dakar verändern sich die Lieder, vermischen sich mit Jazz und Gospel.

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Samstag, 26.01.2008

Deutsches Filmmuseum

16.00 Uhr

Retour à Gorée

Pierre-Yves Borgeaud, Schweiz/Luxemburg 2006, 108 min, OmeU
mit Youssou N’Dour, Moncef Genoud
 

Wdh. vom 25.01.2008

 

18.00 Uhr

Le Cercle de noyés / Der Kreis der Ertrunkenen

Pierre-Yves Vandeweerd, Belgien/Frankreich 2007, 75 min, OmeU, Beta SP
Dokumentarfilm

„Le Cercle des noyés“ so nennt man in Mauretanien die politischen Gefangenen schwarzafrikanischer Herkunft, die ab dem Jahre 1987 in dem alten Kolonialfort von Oualata inhaftiert waren. Der Film zeigt die schwierige Erinnerungsarbeit eines ehemaligen Gefangenen, der über seine Haftzeit und die seiner Leidensgenossen berichtet. Wie ein Echo sieht der Betrachter nacheinander die Orte ihrer Gefangenschaft auftauchen.

 

20.30 Uhr

Africa Paradis

Sylvestre Amoussou, Benin/Frankreich 2006, 86 min, OmeU
mit Eriq Ebouaney, Emil Abossolo M’bo
 

Wdh. vom 17.01.2008

 

22.30 Uhr

Bunny Chow: Know Thyself

John Barker, Südafrika 2006, 95 min, OmeU
mit David Kibuuka, Kagiso Lediga, Joey Rasdien
 

Wdh. vom 25.01.2008

 

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Sonntag, 27.01.2008

Deutsches Filmmuseum

16.00 Uhr

Kinderkino
Yaaba

Idrissa Quedraogo, Burkina Faso/Schweiz/Frankreich 1989, 90 min,
OmU, o.A., empfohlen ab 8 Jahren
mit Roukieto Barry, Adama Quedraogo, Noufou Quedraogo
 

Wdh. vom 25.01.2008

 

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Sonntag, 27.01.2008

Deutsches Filmmuseum

18.00 Uhr

50 Jahre Ton- und Bildstelle
Roaming Around


Brigitte Bertele, Deutschland 2007, 53 min, OmU, Dokumentarfilm
Zu Gast: Brigitte Bertele

Die Ton- und Bildstelle, Mitbegründerin und Mitveranstalterin von Africa Alive, feiert in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Als evangelische Medienzentrale in Frankfurt verleiht sie viele Dokumentar- und Spielfilme aus Afrika bzw. Produktionen, die in Partnerschaft mit afrikanischen Regisseuren entstanden sind. Das beeindruckende Filmporträt von Straßenkindern in Accra Roaming Around, bildet am 27. Januar den festlichen Auftakt zu den Jubiläumsveranstaltungen 2008. Die Regisseurin Brigitte Bertele wird anwesend sein – zum Filmgespräch nach der Vorstellung und zu einem kleinen Empfang mit den Besuchern im Foyer des Kinos.

Roaming Around: „Sodom und Gomorrha“ nennen die Einwohner der ghanaischen Millionenmetropole Accra die wilde Siedlung am Rande des Agbogbloshie-Marktes, die Straßenkindern und anderen Gestrandeten Zuflucht bietet.
Die Schriftstellerin Amma Darko blickt jeden Tag aus ihrem Fenster auf das Treiben des Marktes. „Das Phänomen der Straßenkinder“, sagt sie, „ist schlicht und einfach ein Symptom extremer Armut, Korruption, Unterentwicklung, unzeitgemäßer Traditionen, all die Dinge, die unsere Gesellschaft zutiefst prägen.“ Der Film folgt einigen der Kinder: Emmanuel und Azariah, die unzertrennlich sind wie Brüder, Stephen mit der zerfurchten Stirn und nur einem Schuh, Justice, der durch seine Schlitzohrigkeit immer bekommt was er will. Durch die Reflexionen von Amma Darko erhalten die Geschichten der Kinder ein universelles Profil, in dem sich literarische Passagen mit der dokumentarischen Beobachtung mischen.

 

20.30 Uhr

Ezra

Newton Aduaka, Nigeria/Frankreich/Österreich 2007, 106 min, OmU
mit Mamoudou Turay Kamara, Mariame N’Diaye
 

Wdh. vom 18.01.2008

 

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Dienstag, 29.01.2008

Deutsches Filmmuseum

18.00 Uhr

Kukurantumi – Road to Accra


King Ampaw, Ghana/BRD 1983, 90 min, OmU (englisch)
mit Evans Oma Hunter, Amy Appiah

Zu Gast: King Ampaw

Addey, ein Lkw-Fahrer aus Ghana lebt mit seiner Familie in dem Dorf Kukurantumi, etwa 100 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Accra. Jeden Tag pendelt er mit seinem schrottreifen Lkw mit Holzbänken für die Passagiere auf der Ladefläche, zwischen Kukurantumi und der 100 km entfernten Hauptstadt Accra. Eines Tages ereignet sich ein Unfall. Addey hat zwar keine Schuld - die Bremsen versagten -, aber er verliert trotzdem seinen Job. Er versucht sein Glück in Accra. Seine Frau Sewa und Abena, seine Tochter, will er später nachholen. Mit geliehenem Geld repariert sich Addey einen alten Lorry. Als "reicher Mann" kehrt er nach Kukurantumi zurück und will seine Tochter mit seinem Gläubiger verheiraten. Aber Abena liebt Bob und flieht mit ihm. Allein kehrt Addey nach Accra zurück. Immer tiefer verwickelt er sich in die Widersprüche zwischen traditioneller Lebensform und hauptstädtischer Geschäftemacherei.

„Es gibt keinen Weg zurück. Landarbeit ist Schwerstarbeit, wer einmal in der Stadt war und sieht, wie viel leichter die Lebensbedingungen dort für viel scheinbar sind, hat die Hoffnung, es eines Tages auch zu schaffen.“ King Ampaw

 

20.30 Uhr

No Time to Die


King Ampaw, Ghana/BRD 2006, 90 min, OmU (englisch)
mit David Dontoh, Agatha Ofori

Zu Gast: King Ampaw

Die neueste Komödie von King Ampaw erzählt von den Schwierigkeiten des jungen Asante, eine Frau zu finden. Sein Problem ist sein Beruf: Asante ist Leichenwagenfahrer. Er geht ihm mit großer Freude und dem gebotenen Ernst nach. In Ghana gibt es einen ausgeprägten Totenkult und die farbigen Särge, welche die Vorlieben der Verstorbenen erkennen lassen, sind weit über Ghana hinaus bekannt. Dennoch sind die Vorbehalte gegenüber Asantes Job groß und eigentlich dieselben wie anderswo auf der Welt. Bis die attraktive Tänzerin Esi, die gerade ihre Mutter verloren hat, von Asantes Vorzügen überzeugt sein wird, gilt es einige Stolpersteine beiseite zu räumen…

 

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Mittwoch, 30.01.2008

Deutsches Filmmuseum

18.00 Uhr

Ceddo


Ousmane Sembène, Senegal 1976, 120 min, OmU (wolof/französisch)
mit Mamadou Ndiaye Diagne, Makhourédia Guéye, Tabara N'diaye

Der Film spielt im 17. Jahrhundert in der vorkolonialen Zeit des Sklavenhandels als Christentum und Islam in Westafrika eindringen. Während die Religionen auf Expansionskurs sind um ihre Macht zu vergrößern, verspricht der Sklavenhandel ein lukratives Geschäft. Nachdem er die königliche Familie und die Würdenträger des Regimes zum Islam bekehrt hat, trifft der Imam auf den Widerstand der ‚Ceddo’, einer Bevölkerungsgruppe, die nicht auf ihre afrikanische Spiritualität und ihre kulturelle Identität verzichten wollen. Um seine Ziele zu erreichen reißt der Imam die Macht an sich. Einer der stärksten Filme Sembènes.

20.30 Uhr

Black Deutschland


Oliver Hardt, Deutschland 2005, 53 min, Beta SP, OmU, Dokumentarfilm

Zu Gast: Oliver Hardt

Der Dokumentarfilm ist eine intime Studie über das Denken und Fühlen einer gar nicht so kleinen Minderheit, über schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland, die allein deshalb als Ausländer gelten, weil sie anders aussehen. Sie reflektieren über ihre Situation und ihre Identität, sprechen über Fremdbilder und Vorurteile, über ein tief verwurzeltes Selbstbewusstsein, aber auch über ihre Ängste und Unsicherheiten.
Zu Wort kommen unter anderem Sam Meffire, Ex-Polizist und Streetworker, der US-amerikanische Schriftsteller Darius James, der Schauspieler und Musiker Tyron Rickett, Vincent Mewanu, Barkeeper und Publizistikstudent, sowie die Radiomoderatorin Noah Sow.

„Mich hat interessiert, wie Bilder und Gegenbilder, Lebensentwürfe und ihre mediale Spiegelungen sich gegenseitig bedingen und beeinflussen. Und wie sich daraus eine gesellschaftliche Realität formt, in der uralte Klischees und Zuschreibungen fortbestehen, und zwar ganz unabhängig von guten oder bösen Absichten.“ (Oliver Hardt)ilme Sembènes.

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Donnerstag, 31.01.2008

Deutsches Filmmuseum

14.30 Uhr

Sankofa

Haile Gerima, USA/Ghana/Deutschland 1993, 125 min, OmU
mit Oyafunmike Ogunlano, Alexandra Duah

Ausgangspunkt der Handlung ist die Festung Elmina an der Küste Ghanas, von der aus einst die Sklaven nach Nordamerika und in die Karibik verschifft wurden. Mona, einem afroamerikanischen Fotomodell, dient das Fort nicht als Touristenattraktion, sondern als Kulisse für Modeaufnahmen.
Durch einen Zeitsprung wird sie in die Geschichte zurückversetzt und findet sich als Haussklavin Shola auf den amerikanischen Zuckerplantagen wieder, mitten in den Vorbereitungen zu einem Aufstand der Sklaven. Als sie sich mit den Feldsklaven solidarisiert, fällt sie jedoch schnell in Ungnade und bekommt den Unterdrückungsmechanismus des Systems zu spüren.
SANKOFA ist einer der wenigen Filme, der sich aus afrikanischer bzw afroamerikanischer Sicht mit dem Thema der Sklaverei auseinandersetzt. In der afroamerikanischen Bevölkerung der USA hat der Film deshalb Kultstatus.

20.30 Uhr

Yes I Am!


Sven Halfar, Deutschland 2006, 104 min, Dokumentarfilm
mit D-Flame, Adé Bantu, Mamadee und Xavier Naidoo

D-Flame, Mamadee und Adé begegneten sich zum ersten Mal, nachdem der Schwarze Alberto Adriano in einem Dessauer Park von drei Jugendlichen erschlagen wurde. Über zwanzig der bekanntesten afrodeutschen Musiker schlossen sich daraufhin zu dem Bandprojekt "Brothers Keepers" zusammen, spielten die Maxi Adriano (Letzte Warnung) und das Album „Lightkultur“ ein. Sie zogen durch ostdeutsche Schulen, um selbst mit den Kids zu sprechen.
Vor diesem Hintergrund entstand der Dokumentarfilm YES I AM! von Filmemacher Sven Halfar, der die drei Musiker Adé, D-Flame und Mamadee eindrucksvoll und einfühlsam portraitiert. Anhand der persönlichen Lebensgeschichten der Protagonisten erzählt der Film von den Schwierigkeiten, eine afrodeutsche Identität zu entwickeln und der Problematik der Integration in die deutsche Gesellschaft.

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